Zum Hauptinhalt springen

Angedacht

Auf der Online-Plattform „reddit“ wurde die Frage gestellt: „Wenn ihr im Sterben liegen würdet und noch einen letzten Song hören könntet, bevor ihr den Löffel abgebt, welchen würdet ihr wählen und warum?“ Was ich nicht erwartet hatte: Eine Flut an Antworten gingen ein. 
Es war mir nicht bewusst, wie viele säkulare Lieder eine Anspielung auf den Tod haben. Zum Beispiel: „Ende meiner Reise“, gesungen von Harry Stewart; „Tschüss, Welt“ von Green Day, oder ganz passend: "In My Time Of Dying" („In meiner Sterbestunde“) von Led Zeppelin.

Die Mehrzahl der Wünsche waren englische Titel. Manche erschienen häufig wie „My way“ von Franc Sinatra – „das war meine Art zu leben“; „Stairway to Heaven“ – also „Eine Treppe in den Himmel“ von Led Zeppelin und „Wonderful World“ – „Wunderbare Welt“ von Louis Armstrong. Manche "besonders" Cleveren haben gleich eine ganze Playlist angegeben. 

Ein ganz Pfiffiger wünscht sich den Song "Shri Ramcharitmanas". Ich kannte das Lied nicht. Aber es steht im Guinness-Buch der Rekorde als das längste jemals aufgenommene und veröffentlichte Lied mit 138 Stunden, 41 Minuten und 20 Sekunden. Das würde die Sterbestunde natürlich gehörig hinauszögern. 

Anscheinend haben bei der Wunschliste wenig Christen mitgemacht. Es gab auf jeden Fall nur wenige Lieder mit christlichem Inhalt. Eines davon war „Näher mein Gott zu dir.“ 
Das „Sterbelied der Titanic“ ist ohne Zweifel eine gute Wahl. Viele haben es in ihrer letzten Stunde gesungen, gesprochen oder gehört. Wie gut verstehe ich den Wunsch, in schweren Zeiten und auch im Sterben Gott nahe zu sein. Und wie gut tut es zu wissen, dass Gott seine Leute auch in ihrer letzten Stunde auf der Erde nicht allein lässt. 

Gott nahe zu sein, ist mein Glück – so hat es der Psalmbeter schon vor 3000 Jahren bezeugt. Was damals richtig war, gilt auch heute. In Zeiten der Freude und des Glücks genauso, wie in Zeiten der Not und des Leids. Gott nahe zu sein, ist mein Glück – auch in Zweifeln und Anfechtungen, und wenn man Gottes Wegführung nicht verstehen kann. Wenn man den an seiner Seite hat, der alles weiß und kann, kann man trotz allem zuversichtlich sein.
Nach Jakobus 4,8 gibt es eine logische Abfolge: „Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen. Deshalb will ich es heute schon singen und beten: „Näher mein Gott zu dir.“

ernst günter wenzler